Maggie            Amy               Willy

 

 

In meiner Herkunftsfamilie wurden immer schon Hunde gehalten. Meine Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb ursprünglich mit Milchvieh. So lange ich denken kann war immer ein Hofhund da. Meist ein Schäferhund der mit in der Familie lebte. Er hatte die Aufgabe Haus und Hof zu bewachen. Wir Kinder waren viel mit ihm unterwegs und es war selbstverständlich dass er auch auf uns aufpasste.

Als ich auf den Gablerhof kam gab es dort keine Hunde und ich brachte die ersten Schäferhunde mit. Eines Tages suchte eine gute Bekannte ein neues Zuhause für ihre Australian Shepherd Hündin. Sie hatte sie zwei Jahre vorher erworben und wollte mit ihr züchten. Das klappte aber nicht. Weil sie somit wertlos war und sich auch nicht mit dem Hausherrn verstand (sie büxte regelmäßig aus wenn es ihr zu stressig wurde) mußte sie weg. Hiermit zog der erste Aussie ein. Das ist jetzt gut 30 Jahre her. Hexi, so hieß die Dame, war eine sehr eigenwillige Hündin die ihren eigenen Kopf hatte. Da ich das Papier nie gesehen habe (wir bekamen es nicht mit) weiß ich nicht wie sie abstammte. Der Optik nach dürfte sie einen hohen Anteil Arbeitsblut geführt haben. Auf alle Fälle war hüten ihr Ding. Wenn sich die Pferde mal wieder bitten ließen heimzugehen mußte man ihr nur sagen "Hexi hol sie". Es dauerte keine 5 Minuten und alle standen am Tor.  Hexi wurde immerhin ca. 14 Jahre alt und vermittelte uns das Aussie-Feeling. Mit ca. 8 Jahren wurde sie unerwartet und unerkannt doch noch von einem Colli-Schäferhund-Rüden tragend. Es wurde Luzzie geboren die auch ein stattliches Alter erreichte. 

Als Luzzie nicht mehr da war vergingen ein paar Jahre bis Maggie einzog. Das war im Februar 2015. Ich hatte damals keine Ahnung von der Hundezucht und insbesondere der Zucht des Australian Shepherd. Es war mir nur wichtig dass sie für die Zucht zugelassen war und ein ASCA-Papier hatte. Ihr Züchter verkaufte sie mir genau so. 

Drei Jahre später suchte ich einen passenden Rüden und fand ihn auch. Ich hatte in vieler Hinsicht mehr Glück als Verstand. Der erste Wurf mit Shadow als Vater wurde geboren. Amy durfte als Nachwuchshündin bleiben.

Dort bekam ich die ersten Hinweise auf die speziellen Problematiken hinsichtlich vererbbarer Kankheiten, die in der Rasse auftreten können.

Da ich züchterisch kein unbeschriebenes Blatt war, (30 Jahre Erfahrung in der Pferdezucht) und recht  schnell die richtigen Leute kennenlernte, füllte ich meine Lücken hinsichtlich der Abstammungen und Problematiken der jeweiligen Linien schnell auf. Bereits der zweite Wurf von Maggie wurde mit Unterstützung der Zuchtleiterin der ASHZG, der Australian Shepherd Hütehund Zuchtgemeinschaft, in die Wege geleitet. Seit 2019 bin ich dort Mitglied und fühle mich gut aufgehoben und betreut.  

Für mich ist  es heutzutage sehr wichtig, aus der In- und Linienzucht weitestgehend auszusteigen. Das Studium der Pedigrees von Hunden, die selbst an Epilepsie erkrankt waren oder sind (findet man heutzutage leicht im Internet, stimmt aber nicht  alles was da drinnen steht) brachte mir die Erkenntnis, dass eine genetische Verarmung durch häufige Inzucht gleichzusetzen ist mit Krankheitsanfälligkeit. Es gibt Linien (nicht nur bezüglich ideopathischer Epilepsie) in denen Krankheiten vermehrt auftreten und welche in denen sie sehr selten vorkommen. Solche Statistiken werden insbesondere bei ASHGI (Australian Shepherd Health & Genetics Institute) geführt. Dort kann man seine Zuchttiere auswerten lassen und schon bei der Rüdenauswahl Testpaarungen mit einer genetischen Auswertung hinsichtlich Inzucht und vererbbarer Erkrankungen erstellen. Ein wichtiges Hilfsmittel ohne das bei mir keine Anpaarung mehr erfolgt.

Ich möchte mich hiermit bei allen bedanken die mich dabei unterstützt haben so schnell die richtigen Ansätze, die für die Zucht gesunder Nachkommen wichtig sind, zu erlernen. Ebenso möchte ich Danke sagen für das Vertrauen mir tolle Welpen anvertraut zu haben, die meine Zucht bereichern. 

Willy und Lilly